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„Vörbi de Krieg“ – Trost und Besinnung im Konzert zum Gedenken an die Zerstörung Coesfelds im März 1945

25
März 2026

Der Förderkreis Orgelmusik Coesfeld lud wie jedes Jahr zu einem Gedenkkonzert an die Zerstörung Coesfelds im März 1945 in die Jakobi-Kirche ein. Gefördert wurde die Veranstaltung aus Mitteln der von der Bürgerstiftung verwalteten "Addy-Bosten-Stiftung der Stadt Coesfeld".

Rezension des Gedenkkonzertes durch Heinz-Josef Holthaus:

Beim diesjährigen Gedenkkonzert an die Zerstörung Coesfeld im März 1945, das vom Förderkreis Orgelmusik veranstaltet und von der Bürgerstiftung Coesfeld gefördert wurde, erklang zu Beginn die Vertonung eines Textes aus dem 12. Jahrhundert. Cora Schmeiser (Sopran) zog mit diesem Hymnus über die Schönheit der Menschheit singend in die Jakobi Kirche ein, dezent und einfühlsam begleitet von Stefan Horz (Orgel). Ihre raumfüllende, ausgesprochen dynamische klare Stimme nahm die Besucherinnen und Besucher von Anfang an gefangen.
Die in Anlehnung an den mit Brecht befreundeten Komponisten Hanns Eisler improvisierte musikalische Auslegung von Brechts Elegie 1939 mag für manche Ohren zwar ungewohnt gewesen sein, ließ aber die ganze Dramatik dieser Zeit hör- und spürbar werden. Hier zeigte sich eindrücklich, wie Dichtung musikalisch weiter verdichtet werden kann. Schon hier konnte man wie im gesamten Konzert das perfekt aufeinander abgestimmte gemeinsame Musizieren von Cora Schmeiser und Stefan Horz bestaunen.

Im Cum erubuerint von Hildegard von Bingen stellte Cora Schmeiser ebenfalls unter Beweis, dass sie eine ausgesprochene Expertin mittelalterlicher Musik ist. Zu ihrer Interpretation passten die Schlüsselwörter, die Hildegard von Bingen besonders wichtig waren: Symphonie, Harmonie und Klang. Dass Harmonie und Klang durchaus die Klage über Leid und Tod nicht ausschließen, zeigte sich in der Vertonung der Wolfenbütteler Marienklage, zu der im Anschluss daran das ruhig gespielte und verhalten registrierte Choralvorspiel ´An den Wasserflüssen Babylons´ von Johann Sebastian Bach sehr gut passte.

Ausgesprochen ausdrucksstark trug Cora Schmeiser das von Natz Thier verfasste Gedicht „Vörbi de Krieg“ vor, an das sich wiederum eine Improvisation über ein Gedicht von Brecht anschloss.

Ein wahrer Leckerbissen war das von dem damals als progressiv geltenden Renaissance-Komponisten Arnolt Schlick komponierte ´Maria zart von edler Art´. Ganz im Sinne des Komponisten registrierte und interpretierte Stefan Horz dieses kontrapunktreiche Werk.

Mit fast jenseitigen Klangsphären der Orgel, zusammen mit im einem unglaublichen Tonumfang der Stimme von Cora Schmeiser entstand ein farbiges Bild der Gedichte von Paul Celan. So konnte man beispielsweise die Fäden der Fadensonne Celans in den gleitenden Tonpassagen bestens heraushören.

In der abschließenden Arie „Schlummert ein ihr matten Augen" von Johann Sebastian Bach verschmolzen die Stimme von Cora Schmeiser mit den zarten Tönen in der Orgelbegleitung von Stefan Horz zu einem hoffnungsvollen Schauen auf eine jenseitige Welt in „süßem Frieden“ und „stiller Ruh.“
Mit dem Lied ´An den Mond´ von Franz Schubert mit einem Text von Goethe bedankten sich die beiden Künstler für den lang anhaltenden Applaus.

 2026 03 25 Vorbi de Krieg2026 03 25 Kunstler

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