
KulTURM-Projekt in evangelischer Kirche: Rückblick auf erfolgreiche erste Halbzeit
Für die AZ-Fotografin präsentieren sie anlässlich des Halbzeit der KulTURM-Reihe das Banner (v.l.): Brian und Anna Schierz (Schierz und Söhne), Frauke Abel (Sparkasse Westmünsterland), Pfarrerin Birgit Henke-Ostermann, Detlef Scherle (Aufbauverein), Dominik Göckener (Bank für Kirche und Diakonie), Gisela Schulze Tast (Bürgerstiftungtung), Jutta Wenzlaff (Aufbauverein)
Bericht und Foto von Jule Müller, AZ Allgemeine Zeitung Coesfeld, in der Ausgabe vom 29. Juli 2026:
COESFELD Statt einfach nur Spenden für die Sanierung ihres Kirchturms zu sammeln, hat der Aufbauverein der Evangelischen Kirchengemeinde Coesfeld vor einigen Monaten ein ganz besonderes Projekt ins Leben gerufen. Mit der Veranstaltungsreihe „KulTURM" wirbt er nicht nur um finanzielle Unterstützung für den sanierungsbedürftigen Turm, sondern möchte zugleich der Stadtgesellschaft kulturelle Angebote machen.
„Das ist einfach toll und nicht nur ein Spendenmotor für den teuren Burschen", sagt Pfarrerin Birgit Henke Ostermann über den Kirchturm. „Was kann es denn Besseres geben als eine Kirche, die lebt?" Genau das zeige sich bei den unterschiedlichen Veranstaltungen in der evangelischen Kirche am Markt.
Das Konzept kommt an: Rund 1350 Besucherinnen und Besucher waren bei den bisherigen Programmpunkten zu Gast. „Die meisten, nämlich 340, sind tatsächlich zu dem Auftritt der Benediktinermönche aus dem Kloster Gerleve gekommen", berichtet Detlef Scherle vom Aufbauverein. „Ich hätte gar nicht gedacht, dass die gregorianischen Gesänge so gut ankommen, aber das war wirklich sehr berührend."
Auch finanziell fällt die Bilanz positiv aus. Die ersten sechs Veranstaltungen erzielten einen Reinerlös von 9984,40 Euro. „Fast 10.000 Euro, da sind wir richtig stolz drauf", sagt Scherle. „Das ist ein richtig tolles Ergebnis." Für die zweite Hälfte der Veranstaltungsreihe hoffen Gemeinde und Aufbauverein auf eine ähnlich erfolgreiche Resonanz. Jeder Euro bringe die notwendige Restaurierung des Turms ein Stück weiter voran.
Möglich sei das Projekt jedoch nur dank zahlreicher Unterstützer. Dazu gehören unter anderem die Firma Schierz und Söhne, die die komplette Werbung, inklusive zwei große Banner, zu einem Freundschaftspreis angefertigt hat, sowie die Sparkasse Westmünsterland und die Bank für Kirche und Diakonie, die die Gemeinde finanziell fördern.
Auch die Bürgerstiftung Coesfeld beteiligt sich in einer besonderen Form. Über die Addy-Bosten-Stiftung wird das KulTURM Projekt gefördert. Die Stiftung geht auf Adele Bosten zurück, die nach dem Zweiten Weltkrieg nach Coesfeld kam und deren Ehemann später Bürgermeister der Stadt war. Bemerkenswert sei dabei, dass Adele Bosten evangelisch war und einen katholischen Mann heiratete - zu ihrer Zeit keine Selbstverständlichkeit. Mit ihrem Nachlass wollte sie kulturelle Angebote in Coesfeld unterstützen. Das Vermögen wird heute von der Bürgerstiftung als unselbstständige Stiftung verwaltet.
„Das war also sofort ein Match", sagt Gisela Schulze Tast von der Bürgerstiftung. Auch die übrigen Vorstandsmitglieder seien von der Idee schnell überzeugt gewesen. „Alle waren sich einig, dass das für Coesfeld einen großen Mehrwert hat."
Und genau das ist auch das Ziel der Kirchengemeinde: „Uns unterstützt die ganze Stadt und wir geben ihr etwas zurück. Alle Menschen sind bisher immer beseelt aus den Veranstaltungen herausgegangen", sagt Scherle.

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