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Abenteuer Hoch 2

Wenn Kunst Brücken baut

Seit 2019 fördert die Bürgerstiftung die Teilnahme von Flüchtlingskindern an Kunstkursen des Kunstvereins Münsterland in Coesfeld.

Das Foto zeigt Jutta Meyer zu Riemsloh (Vorsitzende des Kunstvereins Münsterland) und Heinrich-Georg Krumme (Vorstandsvorsitzender der Bürgerstiftung) gemeinsam mit Kindern eines Kunstkurses.

Bericht von Leon Seyock, veröffentlicht u.a. in der AZ Coesfeld am 8. Mai 2026:

Manchmal sind es die geräuschlosen Projekte im Hintergrund, die eine große Wirkung entfalten. Kleine Gegebenheiten, die unglaublich wertvoll sind. Ein gutes Beispiel ist ein Angebot des Kunstvereins Münsterland, das die Bürgerstiftung Coesfeld seit 2019 mit inzwischen über 8.500 Euro unterstützt. Ziel der Förderung ist es, geflüchteten Kindern die Teilnahme an Kunstkursen zu ermöglichen – Kindern, die nicht selten belastende Erfahrungen hinter sich haben.

„Es ist beeindruckend zu sehen, wie die Kinder aufblühen und welche Fähigkeiten sie mitbringen“, sagt Jutta Meyer zu Riemsloh, Vorsitzende und Geschäftsführerin des Kunstvereins Münsterland. Das Besondere: Es gibt keine separaten Kurse für geflüchtete Kinder. Stattdessen nehmen sie gemeinsam mit anderen Kindern an den regulären Kursen für junge Hobbykünstler teil.

„Das ist gelebte Integration“, betont Meyer zu Riemsloh. Die Kinder kommen miteinander in Kontakt, knüpfen Freundschaften und lernen ganz nebenbei die deutsche Sprache. Anfangs könne es gelegentlich noch Sprachbarrieren geben, oft helfe dann eine kurze Übersetzung – doch in der Regel lernten die Kinder sehr schnell, sodass die Verständigung bald problemlos funktioniere. Aus Syrien, der Ukraine, aus Albanien, Georgien oder – wie im Moment häufig – aus Kurdistan: Mit einem Stift oder Pinsel in der Hand gibt es keine Grenzen.

Auch die Bürgerstiftung Coesfeld sieht in dem Projekt ein wichtiges Signal. „Integration ist ein Herzensanliegen unserer Stiftung – und je früher man damit beginnt, desto besser“, sagt Vorstandsvorsitzender Heinrich-Georg Krumme. Die Idee zur Zusammenarbeit mit dem Kunstverein sei bereits vor vielen Jahren entstanden, um geflüchteten Kindern konkrete Teilhabe vor Ort zu ermöglichen.
Die Bürgerstiftung übernimmt 75 Prozent der Kurskosten pro Kind, der Kunstverein trägt die restlichen 25 Prozent. Insgesamt haben inzwischen mehrere hundert Kinder von der Förderung profitiert – und die Nachfrage ist weiterhin groß. „Die Kurse sprechen sich schnell an den Schulen herum“, berichtet Meyer zu Riemsloh.

Im Mittelpunkt steht dabei nicht die Leistung, sondern die Kreativität. „Unsere Dozenten schauen, wo die Stärken jedes Kindes liegen. Kunst ist ein Hobby – deshalb sollen vor allem eigene Ideen entstehen und umgesetzt werden“, erklärt die Geschäftsführerin.

Für viele Kinder bedeuten die Stunden im Atelier dabei mehr als nur kreatives Arbeiten: Sie finden Ruhe, Ablenkung und einen geschützten Raum – einen Moment, in dem belastende Erlebnisse in den Hintergrund treten können.

Link: Kunstschule des Kunstverein Münsterland

Abenteuer Hoch 2

"Abenteuer hoch 2"-Nachmittage für (werdende) Zwillings- und Mehrlingseltern

Schon seit 2014 unterstützen wir aus Mitteln der Claudia-Schafmeister-Stiftung - und zuletzt aus Mitteln der Hartunger-Stiftung - jährlich das Angebot der FBS-Familienbildungsstätte für (werdende) Zwillings- und Mehrlingseltern.

Das Foto zeigt Familie Otto aus Coesfeld, die gern das Angebot „Abenteuer hoch 2“ nutzt – hier können die Kinder in Ruhe spielen und die Eltern Zeit für eine Tasse Kaffee finden.

Bericht von Leon Seyock anlässlich des 20jährigen Stiftungsjubiläums 2025:

In welchen Händen läge dieses Angebot besser als in denen von Elena Meyer, Irene Trippel und Antje Naber? Sie selbst sind alle „Zwillingsmamas“ – und wissen also ganz genau, worum es geht. Regelmäßig laden sie in die Familienbildungsstätte zu „Abenteuer hoch 2“ ein – ein Angebot, das seit vielen Jahren durch Unterstützung der Claudia-Schafmeister- und der Bürgerstiftung möglich ist.

Angesprochen sind damit alle Zwillings- und Mehrlingseltern. Kinder bis fünf Jahre können die liebevoll hergerichtete Bewegungslandschaft erkunden und mit anderen Kindern in Kontakt kommen – während die Eltern in der Küche auch mal die Ruhe für eine Tasse Kaffee im sonst eher trubeligen Alltag finden können..

„Vor zehn Jahren bin ich selbst mit meinen Kindern hier gewesen“, berichtet Elena Meyer. Das Angebot habe sie damals so begeistert, dass sie es nun selbst mitorganisiert. „Für Zwillingseltern ist es nicht immer einfach, konkrete Termine einzuhalten. Deshalb ist es hier ein lockeres Kommen und Gehen“, spricht die Familienmutter auch aus eigener Erfahrung.

Nicht nur das in Kontakttreten unter den Kindern und das Kennenlernen neuer Spielkameraden, sondern auch die Gespräche zwischen den Eltern machten das Angebot aus. „Da geht es um Fragen wie das Zubettbringen, die Ernährung oder auch darum, ob die Kinder in eine oder besser in getrennte Schulklassen gehen sollten“, schildert Irene Trippel. Oft sind es also Themen, mit denen Eltern, die keine Zwillinge haben, nicht konfrontiert wären. Und: „Schön ist, dass auch immer mehr Papas mitkommen“, lächelt Meyer. Zum Beispiel Florian Otto, der heute gemeinsam mit seiner Frau Eva, den beiden Zwillingsmädchen und dem Sohn gekommen ist. „Es ist gut, sich mit Familien auszutauschen, die vielleicht vor ähnlichen Herausforderungen stehen“, sagt er.

Homepage: www.fbs-coesfeld.de

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Frühschicht für Grundschulkinder

Regelmäßig untersützt die Bürgerstiftung Coesfeld (u.a. aus Mitteln der Michael-Endler-Stiftung) das Betreuungsangebot "Frühschicht" an der Grundschule Maria Frieden, damit für berufstätige Eltern kein unlösbares Problem entsteht.

Bericht der Allgemeinen Zeitung Coesfeld am 26. Mai 2025:

Jede Menge Lego und ein großes Puzzle in den Regalen, Bügelperlen, Materialien zum Basteln, eine große Tafel und Höhlen: Hier lässt es sich herrlich spielen. Neun Grundschüler toben an diesem Morgen durch den Raum in der Maria-Frieden-Grundschule – und mittendrin: Carola Limberg. Sie ist jeden Tag, manchmal schon ab 6 Uhr, in der Schule unterwegs. „Ich mache das gerne“, lächelt die Familienmutter nachdem sie erzählt, dass sie ehrenamtlich bis zu zwölf Kinder noch weit vor dem ersten Schulgong betreut. Durch diesen ehrenamtlichen Einsatz ist die „Frühschicht“ an der Grundschule möglich, die vor allem von berufstätigen Eltern in Anspruch genommen wird. Die Bürgerstiftung Coesfeld unterstützt das Projekt regelmäßig. „Eine gute Betreuung inklusive Frühstück ermöglicht den Kindern und ihren berufstätigen Eltern einen entspannten und verlässlichen Start in den Tag. Die Bürgerstiftung Coesfeld leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Unterstützung von Familien im Alltag“, sagt Gisela Schulze Tast vom Vorstand der Bürgerstiftung.

„Der Bedarf ist auf jeden Fall da“, hat Schulleiter Benedikt Wachsmann beobachtet. In vielen Familien seien beide Elternteile berufstätig, immer häufiger auch in Vollzeit. Besonders bei frühem Arbeitsbeginn stelle sich die Frage: Wie ist die Betreuung meines Kindes sichergestellt? Mit der „Frühschicht“ wird seit 2012 ein Rahmen geschaffen, in dem Kinder in Ruhe ankommen, sich sicher fühlen und auf den Schultag vorbereiten können. Das Angebot ist für die Familien kostenlos. „Je nach Bedarf bin ich ab 6 Uhr da. Die Eltern melden sich immer einen Tag vorher, ob sie eine Betreuung benötigen“, erzählt Limberg. Sie spielt mit den Kindern, malt oder bastelt.

Zurück geht das Projekt auf Maria Busemann-Holters, die 2012 darauf aufmerksam machte, dass Eltern für ihre Kinder in Randzeiten – vor allem vor Schulbeginn – oft keine Betreuung fänden. „Weil sie selbst Großmutter ist, lag ihr das Thema besonders am Herzen und hat die Betreuung von sich aus ehrenamtlich gemacht“, blickt Wachsmann dankbar zurück. Ausgeschieden sei sie 2018, die Trägerschaft hatte zunächst der Sozialdienst katholischer Frauen Coesfeld (SkF) inne. Auf der Basis des Ehrenamts mit einer Aufwandspauschale von 200 Euro im Monat konnte Carola Limberg gewonnen und die „Frühschicht“ weiterhin angeboten werden. Ein bekanntes Gesicht war sie da an der Schule schon: „Ich bin hier auch Schulbegleiterin“, sagt Limberg.
Wachsmann lobt: „Sie ist sehr zuverlässig und führt das Ehrenamt mit Freude aus, das ist ein starkes Zeichen.“ Seit 2024 liegt die Trägerschaft des Projekts beim Förderverein der Grundschule.

Das Foto zeigt Carola Limberg und Schulleiter Benedikt Wachsmann im Kreise von "Frühschicht"-Grundschulkindern.

Homepage: www.maria-frieden-schule.de

Brawl Concerts

Bänke, auf denen Kinder Freunde finden

Eine Freundschaftsbank ist eine bunt gestaltete Sitzbank auf Pausenhöfen von Schulen oder Kindertagesstätten, auf die sich Kinder setzen können, um Freunde zu finden.

freundschaftsbankDas international erprobte Konzept wird auch in Deutschland zunehmend genutzt. In Kooperation mit der Kreishandwerkerschaft und dem Fachbereich Jugend, Familie und Bildung der Stadt Coesfeld haben wir allen 7 Grundschulen und 22 Kindertagesstätten in Coesfeld eine Freundschaftsbank zur Verfügung gestellt.

Die Bänke wurden von angehenden Tischlerhandwerksgesellen im Rahmen ihrer Ausbildung aus witterungsbeständigem Lärchenholz angefertigt und naturbelassen ausgeliefert. Sie lassen sich von den Kindern bunt gestalten. Ein Farb- und Pinselset wurde mitgeliefert.

Ziel des Projektes ist es, die Kinder für mehr Miteinander zu sensibilisieren und das Zusammengehörigkeitsgefühl zu stärken. Wenn sich ein Kind alleine fühlt, die beste Freundin, der beste Freund heute nicht da ist oder einfach nicht genau weiß, was es spielen möchte, setzt es sich einfach hier hin und signalisiert dadurch: Ich suche Freundschaft, ein offenes Ohr oder einfach Zeitvertreib. Erfahrungen zeigen: Das funktioniert ganz wunderbar. Die Sorge, dass die Nutzer der Bank als Außenseiter behandelt werden könnten, ist unbegründet, wenn die Einführung pädagogisch vorbereitet und begleitet ist.

Logo KH coesfeld Logo StadtCoesfeld

 

Soziales Lernen

Das Projekt „Soziales Lernen“ prägt die soziale und jugendpflegerische Arbeit der Bürgerstiftung Coesfeld seit ihrer Gründung.

Es richtet sich an die weiterführenden Schulen in Coesfeld. In einem mehrtägigen Seminar trainieren Schülerinnen und Schüler der fünften Klassen dabei unter der Leitung von Sozial- bzw. Erlebnispädagogen die Stärkung sozialer Kompetenzen.

Im Agentencamp

Im Rahmen dieses Projekts verbringen die Kinder im Klassenverband drei erlebnisreiche Tage in der Jugendbildungsstätte Gilwell St. Ludger auf dem Annaberg in Haltern am See.

„Agentencamp – Unterwegs in gemeinsamer Mission“ heißt das Programm, das von geschulten Teamern durchgeführt und so beschrieben wird: „Drei Tage voller Abenteuer – hier geht´s rund! Die Teilnehmer erwarten bei uns in der Agentenausbildungsbasis große Herausforderungen, komplexe Problemlagen, die gemeinsam bewältigt werden müssen, und natürlich auch jede Menge Spaß.“

Begleitet und betreut werden die Kinder von ihren Klassenlehrerinnen und -lehrern, die hier die Gelegenheit nutzen, ihre Schülerinnen und Schüler noch besser und auch einmal anders kennenzulernen.

Die bisherigen Seminarfahrten haben gezeigt: Mit diesem Programm kann jedes Kind seine Stärken entdecken und sein Können erweitern. Zugleich kann es feststellen, wie sehr ihm die Gemeinschaft dabei hilft. Oft ist den Kindern besonders wichtig, die spielerischen Herausforderungen kreativ und mit Spaß gemeinsam zu lösen – eben ein wenig selbständiger und stärker zu werden.

Rahmenziele der Seminare

  • Soziale Kompetenzen stärken, um Schülerinnen und Schüler für den weiteren Schulalltag, aber auch ihr tägliches Leben zu stärken
  • Weiterentwicklung der Klassengemeinschaft
  • Einander besser kennen und schätzen lernen
  • Lernen was es heißt, als „Team“ zu arbeiten
  • Die Kommunikation in der Gruppe verbessern
  • Verhaltensmuster in Interaktionssituationen bewusst machen
  • Konfliktlösestrategien (weiter-)entwickeln
  • sich in (s)einer neuen Klasse nach Übergang aus der Jahrgangsstufe 4 zurecht finden